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Aadherence
(engl. für anhalten) Beschreibt die gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen Patient/in und Arzt/Ärztin (wichtig für den Erfolg der Kombinationstherapie). Siehe auch compliance
AIDS
Abkürzung für (englisch) Acquired Immune Deficiency Syndrome, erworbenes Immunschwächesyndrom. Bei einem Immundefekt ist die körpereigene Abwehrschwäche gegenüber Krankheitserregern vermindert. AIDS wird vom HI-Virus verursacht und ist charakterisiert durch verschiedene Infektionen und Tumore, die sich infolge des Immundefekts meist mehrere Jahre nach der Infektion mit HIV entwickeln können.
AIDS-definierende Erkrankungen
Erkrankungen, die typischerweise durch die Immunschwäche ausgelöst werden, z.B. PcP und Toxoplasmose. Siehe auch opportunistische Infektion
AIDS-Demenz
Bezeichnung für schwere Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit, Abgestumpftheit und/oder Gereiztheit und Beeinträchtigung intellektueller Fähigkeiten, die bei HIV-Infektion des Gehirns auftreten können.
AIDS-Phobie
Starke Angst (Phobie) vor einer HIV-Infektion, ohne dass Risikosituationen bzw. ein positives Testergebnis vorliegt.
Analverkehr
Das ist eine Art des Geschlechtsverkehrs, bei dem das Glied durch den After in den Enddarm eingeführt wird (nur dann Safer Sex , wenn Kondom und wasserlösliches Gleitmittel verwendet werden).
Antibiotika
Medikamente, die hauptsächlich gegen Bakterien, zum Teil auch gegen Pilze oder Protozoen wirken.
Antigen
Körperfremde Substanz (Bakterien, Viren oder Teile davon), die beim Eindringen in den Körper eine Immunreaktion auslöst und zur Bildung von Antikörpern führt.
Antikörper
In Blut und Körpersekreten vorkommende Eiweißkörper, die beim Eindringen eines Antigens in den Körper vom körpereigenen Immunsystem gebildet werden und Antigene an sich binden können. Antikörper gegen das HI-Virus sind nach einer HIV-Infektion im HIV-Antikörpertest nachweisbar.
antiretrovirale Mittel
Medikamente, die die Reproduktion bzw. Vermehrung von Retroviren (Virengruppe, der auch HIV angehört) auf verschiedene Weise und durch unterschiedliche Wirkmechanismen hemmen. Siehe auch Kombinationstherapie
ARC
Abkürzung für (englisch) AIDS-related complex, AIDS-bezogene Krankheitszustände. ARC liegt vor, wenn mindestens zwei Symptome (z.B. hohes, anhaltendes Fieber oder Fieberschübe, starker Gewichtsverlust) und gleichzeitig mindestens zwei Laborveränderungen (z. B. verminderte Helferzellzahl und keine Reaktion im Hauttest) auftreten, ohne dass eine AIDS-definierende Erkrankung vorliegt.
BBestätigungstest
Labortest zur Bestätigung des positiven Befunds eines ersten Suchtests. Kein positiver Befund darf auf Grund eines einzigen positiven Tests ausgestellt werden.
Blutbild
Qualitative (was ist drinnen) und quantitative (wieviel davon) Zusammensetzung des Blutes bzw. graphische Darstellung der Befunde.
buddy
(englisch) Kamerad, Kumpel. Freiwillige/r, unbezahlte/r Betreuer/in eines Menschen mit HIV oder AIDS.
CCandida-Mykose
auch Soor, Candidiasis, Candidose oder Kandidose, Moniliasis. Bezeichnung für Infektionen mit dem Pilz Candida, die als Zeichen eines Immundefekt (v.a. im Mund) auftreten können. Der Speiseröhrenbefall (Speiseröhren-Soor) ist Teil des AIDS-Vollbilds. Bei Frauen ist die Besiedelung der Scheide häufig. Behandlung mit Antimykotika.
Chemotherapie
Behandlung von Infektionskrankheiten oder Tumoren mit chemischen Mitteln, die im Prinzip die gezielte Zerstörung von Krankheitserregern oder Zellen bewirkt.
coming out
sich selbst bewußtmachen und dem persönlichen Umfeld mitteilen. (z.B. sich bekennen zum schwul/ lesbisch-sein, zur HIV-Infektion)
compliance
(engl. für befolgen) striktes Befolgen einer ärztlichen Anweisung. Siehe auch adherence
Cunnilingus
Dies ist orale Stimulation der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane (besonders riskant bei Monatsblutung).
Ddiagnostisches Fenster
auch serologisches Fenster. Bezeichnung für die Phase nach der HIV-Infektion, in der mit einem HIV-Antikörpertest die Infektion noch nicht nachweisbar ist (zumeist 3 Monate).
Diarrhoe
Durchfallerkrankung.
DNA
Abkürzung für (englisch) deoxyribonucleic acid, Desoxyribonukleinsäure. Nukleinsäure aus zwei ineinander gewundenen Spiralen (Doppelhelix), die die genetische Information einer Zelle enthält. HIV schleust sich in die DNA einer Zelle (siehe auch Helferzellen) ein und verwendet deren Fortpflanzungsmechanismen zur eigenen Vermehrung.
EEigenblutspende
Dem Spender wird später sein eigens Blut übertragen. Durchführung v. a. zum Ausschluss von Infektionen vor geplanten Operationen.
Ejakulat
Samenflüssigkeit und Samenfäden, die beim Samenerguß (Ejakulation) des Mannes aus dem Penis abgegeben werden und bei einer HIV-Infektion Viren enthalten. Siehe auch Safer Sex
EKAF
Die antiretrovirale Therapie hat die Lebenserwartung von Menschen mit HIV deutlich erhöht. Darüber hinaus kann eine stabile und funktionierende antiretrovirale Therapie die Infektiosität von Menschen mit HIV erheblich senken. Dieses Wissen wurde in einer Stellungnahme der Eidgenössischen Kommission für AIDS-Fragen (EKAF) veröffentlicht. Ein ausführliches Positionspapier zu diesem Thema finden Sie auf der Internetseite der Deutschen AIDS-Hilfe.
ELISA
Abkürzung für (englisch) enzyme-linked immunosorbent assay. Test zum Nachweis von Substanzen durch Antigen-Antikörper-Reaktion und Enzymreaktion (sogenannte Enzym-Immunassay), bei dem z.B. Antikörper gegen HIV durch eine Farbreaktion entdeckt werden können. Anwendung bei der HIV-Diagnostik als Suchtest. Vergleiche HIV-Antigennachweis , HIV-Antikörpertest .
Epidemie
Gehäuftes auftreten von bestimmten Infektionskrankheiten in örtlicher und zeitlicher Begrenzung.
FFellatio
auch Blasen oder Oralverkehr genannt, ist jene Form, bei der das Glied des Partners in den Mund genommen wird (wobei der Samenerguss in den Mund vermieden werden sollte, siehe auch Safer Sex).
Fettgewebeschwund
auch Lipoatrophie. Rückbildung von Fettgewebe. Vorkommen bei HIV-Infektion v.a. im Bereich der Extremitäten und der Wangen. Siehe auch Lipodystrophie-Syndrom
auch Antifusine. Substanzen, die die Verschmelzung bzw. Vereinigung von HIV mit Körperzellen verhindern (siehe auch antiretrovirale Mittel ).
GGeschlechtskrankheiten
bakterielle Erkrankungen, die vorwiegend durch Geschlechtsverkehr übertragen werden (Lues, Syphillis...). Fälschlicherweise oft für alle sexuell übertragbaren Krankheiten (Filzläuse, AIDS...) verwendet. (Siehe auch sexuell übertragbare Krankheiten)
Gesundheitsamt
Im Gesundheitsamt können Sie sich zu den Themenbereichen HIV und AIDS beraten lassen. Meist bietet das Gesundheitsamt auch Informationen zu den anderen sexuell übertragbaren Krankheiten an. Zur anonymen AIDS-Beratung beim Gesundheitsamt gehört auch das Angebot eines HIV-Antikörpertestes, der immer anonym durchgeführt wird und in der Regel nichts kostet.
Gleitmittel
auch Lubrikant. Mittel zur Überwindung des Reibungswiderstandes beim analen oder vaginalen Geschlechtsverkehr. Zum Gebrauch mit Kondomen sind nur wasserlösliche Gleitmittel geeignet, da fetthaltige Gleitmittel das Kondom beschädigen.
Gummi
Kondom, Präservativ, Pariser. Mittel zur Empfängnis- und Infektionsverhütung (sogennante Barrierekontrazeptivum). Verwendet werden Kondome für Männer als anatomisch geformter Latexüberzug für den Penis. Wichtiger Bestandteil des Safer Sex. (Siehe auch Femidom )
HHämophilie
Bluterkrankheit. Erbliche Krankheit, bei der durch Fehlen von bestimmten Gerinnungsfaktoren die normale Blutgerinnung gestört ist. Behandlung durch Gabe der fehlenden Gerinnungsfaktoren. In den Anfangszeiten von AIDS wurden zahlreiche Bluter durch verseuchte Blutkonserven infiziert.
Helferzellen
auch T4-Lymphozyten, bestimmte Gruppe der weißen Blutkörperchen, die im Rahmen des Immunsystems eine wichtige Funktion ausüben.
Hepatitis
Gelbsucht, Leberentzündung. Herdförmige bis ausgedehnte Entzündung des Gefäß- und Bindegewebsapparats der Leber. Formen: 1. infektiöse H., z.B. durch Viren oder (seltener) durch Bakterien verursacht. Bei der virusbedingten H. können als häufigste Formen Hepatitis A, B, C (frühere Bezeichung Non-A-Non-B-Hepatitis) unterschieden werden;. Einige Formen der Hepatitis werden hauptsächlich durch Geschlechtsverkehr (A, B) übertragen, andere über Blutkontakt (B, C). 2. toxische H., z.B. durch Gifte, Medikamente oder Alkohol verursacht.
Herpes simplex
Fieberbläschen. Erkrankung durch Herpes-simplex-Virus, beginnend als zarte Bläschen, die sich öffnen und in z.T. schmerzhafte Geschwüre übergehen. Nach Primärinfektion oft jahrelange Latenz ohne Symptome. Bei Immundefekt (z.B. HIV-Infektion) auch Auftreten größerer Hautveränderungen oder Befall anderer Organe.
HIV
Abkürzung für (englisch) Human Immunodeficiency Virus, der zur Familie der Retroviren gehört. 1983 wurde HIV-1 als Erreger von AIDS identifiziert und seitdem in zahlreiche Subtypen unterteilt. Seit 1986 ist mit HIV-2 ein weiterer Virusstamm bekannt, der HIV-1 ähnelt und weltweit (mit Häufung in Zentralafrika) vorkommt.
HIV-Antigennachweis
Suchtest für Virusbestandteile mit Hilfe aufbereiteter Antikörper z.B. von p24-Antigen im ELISA. Problem des Verfahrens sind die natürliche Bindung von Antigenen an Antikörper und die Aneinanderlagerung (Aggregation) von Antigenen. Ein Antigennachweis erlaubt z.B. bei Säuglingen den frühzeitigen Nachweis einer HIV-Infektion.
HIV-Antikörpertest
Der HIV-Antikörpertest ist eine Blutuntersuchung zum Nachweis einer HIV-Infektion. Die findet durch den Nachweis von Antikörpern gegen HIV statt, die im Körper in der Regel drei Monate nach einer HIV-Infektion gebildet werden. Dies ist der übliche Test, der oft als AIDS-Test bezeichnet wird. Wir empfehlen eine gute Beratung bevor der HIV-Test durchgeführt wird. Eine anonyme Beratung zum Thema HIV-Test bietet das Gesundheitsamt und die AIDS-Hilfe an.
HIV-Enzephalopathie
krankhafte Veränderung des Gehirns durch HIV. Siehe auch AIDS-Demenz
HIV-Infektion
Ansteckung mit dem HI-Virus, die durchschnittlich nach zwölf Wochen zur Bildung von nachweisbaren Antikörpern gegen HIV führt. Wichtig: Safer Sex
horizontale Übertragung
Übertragung einer Krankheit durch direkten Kontakt mit einer erkrankten oder infizierten Person oder mit infektiösen Ausscheidungen oder Körpersekreten (z.B. beim Geschlechtsverkehr, Spritzentausch...). Siehe auch vertikale Übertragung
IIgG
Immunglobulin der Klasse G. Im Blut zirkulierende Antikörper, die an der Immunabwehr beteiligt sind. IgG bildet mit Antigenen Komplexe und aktiviert das Immunsystem. Nach einer Immunreaktion ist spezifisches IgG oft über Jahre nachweisbar. Siehe auch Blutbild
IgM
Immunglobulin der Klasse M. Im Blut vorkommende Antikörper, die an der Immunabwehr beteiligt sind. IgM wird früher gebildet als IgG und ist nicht von der Mutter auf das Kind übertragbar. Ein hoher Spiegel von spezifischem IgM weist auf eine akute Immunreaktion hin. Siehe auch Blutbild
Immunabwehr
umgangssprachliche Bezeichnung für Abwehrfunktionen des Immunsystems.
Immunschwäche
Schwächung des Immunsystems und herabgesetzte Fähigkeit des Körpers zur Immunantwort (Bekämpfung von Krankheitserregern).
Immunstatus
Kurzbezeichnung für Zustand des Immunsystems und Fähigkeit zur immunologischen Reaktion (Immunantwort). Beurteilung u. a. anhand der Lymphozytenzahl, T4-Zellen, T4/T8-Ratio, Hauttest, Immunglobuline. Eine regelmäßige Kontrolle des Immunstatus bei einer HIV-Infektion erleichtert die Planung einer individuellen antiretroviralen Therapie oder Primär Prophylaxe.
Immunsystem
Abwehrmechanismus des Körpers gegen Fremdkörper (Antigene, z.B. Bakterien, Viren). Formen: unspezifische Abwehr z.B. durch Säuremantel der Haut oder Monozyten; spezifische Abwehr z.B. durch Antikörper.
Inkubationszeit
Zeit zwischen dem Eindringen des Krankheitserregers (Infektion) und Ausbruch der Krankheit. Bei HIV wird die Zeit zwischen Infektion und Serokonversion (zwölf Wochen) als Inkubationszeit bezeichnet. Die Krankheit bricht erst viel später aus!
Integrase
Die Integrase ist
ein Enzym und bei der Integration viraler DNA in die Wirts-DNA im Zellkern beteiligt und für die Vermehrung von HIV wichtig.
Integrasehemmer
Ein antiretrovirale Medikamentengruppe gegen HIV, bislang ist ein Integrasehemmer (Handelsname Isentress) zugelassen.
JJES
Abkürzung für Junkies, Ex-User, Substituierte. Selbsthilfeorganisation von Drogengebrauchern, ehmligen Drogengebrauchern und Substituierten.
KKaiserschnitt
Operatives Entbindungsverfahren, das auch angewendet wird um so das Risiko einer Übertragung von HIV von der Mutter auf das Kind zu verringern. Siehe auch vertikale Übertragung
Kaposi-Sarkom
Erstmals 1872 vom österreichischen Dermatologen Moritz Kaposi beschrieben. Rötlich-bläulicher Tumor, der von den Blutgefäßen ausgeht und vor allem an Haut und Schleimhaut, aber auch Lymphknoten und inneren Organen (Lunge, Darm) auftritt. Für das AIDS-assoziierte Kaposi-Sarkom werden als Ursachen zusätzliche virale Infektionen und immunologische Störungen diskutiert.
Kombinationstherapie
Verknüpfung verschiedener Medikamente bei der HIV-Infektion zur Steigerung der erwünschten Wirkung oder Minderung unerwünschter Wirkungen. Nach heutigem wissenschaftlichen Stand die wirksamste Behandlungsmethode (keine Heilung!). Vergleiche Monotherapie, NNRTI, Resistenz.
LLangerhans-Zellen
verzweigte Zellen der Haut (sog. dendritische Epidermiszellen), die Antigene aufnehmen können. L.-Z. besitzen CD4-Rezeptoren und können von HIV infiziert werden.
Latenzzeit
Zeitraum, währenddessen ein Krankheitserreger bereits im Körper vorhanden ist, ohne Symptome zu verursachen. Bei der HIV-Infektion kann die L. mehrere Monate bis Jahre (oft 8-10 Jahre) dauern. Erst nach dem Auftreten bestimmter Erkrankungen oder Symptome spricht man von einer AIDS-Erkrankung.
Lentivirus
sog. langsames Virus. Virus aus der Familie der Lentivirinae, einer Unterfamilie der Retroviren, zu denen auch HIV gehört. Ein Lentivirus kann lange Zeit im Körper vorhanden sein, bevor es zu einer Erkrankung führt.
Lipodystrophie-Syndrom
Störung des Fettstoffwechsels mit Hyperlipidämie, subkutanem Fettgewebeschwund und viszeraler Fettansammlung. Die Ursache des L.-S. ist noch ungeklärt. Als mögliche Ursachen werden die antiretrovirale Kombinationstherapie oder HIV-assoziierte Stoffwechselstörungen diskutiert.
Liquor
Gehirn- und Rückenmarkflüssigkeit, die bei Infizierten HI-Viren enthält.
Lusttropfen
Praeejakulat ist eine Flüssigkeit, die vor dem Samenerguss austreten kann. Das HIV-Infektionsrisiko dieser Flüssigkeit erhöht sich durch andere unbehandelte sexuell übertragbare Krankheiten besonders stark.
Lymphadenopathiesyndrom
Abkürzung:LAS. Historische Bezeichunung zur Beschreibung eines Vorstadiums von AIDS. Leitsymptom ist eine allgemeine Schwellung der Lymphknoten ohne Anzeigen einer akuten Infektion in den zugehörigen Körperarealen.
MMonotherapie
HIV-Therapie, bei der nur ein einziges Mittel oder Verfahren angewandt wird. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nicht mehr empfehlenswert. Siehe auch Kombinationstherapie
Muttermilch
bei HIV-positiven Frauen eine infektiöse Flüssigkeit.
NNadelstichverletzungen
Bezeichnung für Verletzungen, die beim Hantieren mit Nadeln (Kanülen) im medizinischen Bereich entstehen können. Bei Verletzung mit gebrauchten Nadeln besteht ein Risiko einer HIV-Infektion, sowie das Risiko einer Hepatitis-Übertragung.
Nebenwirkungen
Unerwünschte Wirkung eines Medikamentes, die bei der Einnahme/Anwendung eventuell auftreten. Häufig vorkommend bei antiretroviralen Mitteln.
needle sharing
Englische Bezeichnung für gemeinsamen Gebrauch von Injektionsnadeln oder Spritzbestecken bei intravenösem Drogengebrauch. Needle sharing ist bei i.v.-Drogengebrauchern ein Hauptübertragungsweg von HIV. Gegenteil von Safer Use.
negativ
ergebnislos, nicht nachweisbar. Bei einem negativem HIV-Antikörpertest z.B. sind keine Antikörper gegen das HI-Virus nachweisbar.
Neuropathie
Erkrankung der Nerven. Bei HIV-Infektion meist als periphere N. (an Armen und Beinen) mit Schmerzen, Kribbeln, Lähmungen oder anderen Zeichen einer Nervenfunktionsstörung.
NNRTI
Abkürzung für non nucleoside reverse transcriptase inhibitors = Nicht-Nukleosidanaloge-Reverse-Transkriptase-Hemmer. Künstliche chemische Verbindungen, die den Wirkort der reversen Transkriptase besetzen und die Vermehrung von Zellen stören. In der Kombinationstherapie in Verwendung, reverse Transkriptase
Oopportunistische Infektion
Nur bei immungeschwächten PatientInnen mit Beeinträchtigung des Abwehrsystems (z.B. bei AIDS) auftretende Infektion mit Mikroorganismen, die bei Menschen mit gesundem Immunsystem nicht zu einer Erkrankung führen. Die Erreger machen sich die Abwehrschwäche des Organismus zunutze. Eine der am häufigsten bei AIDS auftretende opportunistische Infektion ist die Pneumocystis-carinii-Pneumonie (Lungenentzündung).
orale Haarleukoplakie
Englisch: hairy leukoplakia. Schädigung der Mundschleimhaut mit nicht abstreifbaren Belägen, die typischerweise an Zungenrand und Wangenschleimhaut auftreten. Die OHL wird (uneinheitlich) auch als klinisches Zeichen einer Verschlechterung des Immunstatus angesehen. Ein Zusammenhang mit Epstein-Barr-Virus wird vermutet.
Pp24-Antigen
Eiweißmolekül aus der Kernhülle des HI-Virus. Die Messung von p24-Antigen dient als Parameter für die aktive Vermehrung von HIV im Körper. Siehe auch Blutbild
PCR
Abkürzung für englisch: polymerase chain reaction = Polymerasekettenreaktion, direkter Virusnachweis. Sehr empfindliche Labormethode zum Nachweis von Erbsubstanz (DNA). Anwendung: Die qualitative HIV-RNA-PCR dient zum Nachweis des HI-Virus, auch wenn noch keine Antikörper vorhanden sind. Die quantitative HIV-RNA-PCR ist eine Meßmethode für die von Zellen produzierte Menge an HIV im untersuchten Material (z.B. Blut). Siehe auch Blutbild
Pille
Mittel zur Empfängnisverhütung. Die Pille bietet keinen Schutz vor einer HIV-Infektion.
Pneumocystis-carinii-Pneumonie
Abkürzung: PcP. Lungenentzündung durch Pneumocystis carinii. Bei AIDS häufigste Erkrankung, mit der sich das Vollbild manifestiert. Symptome: Atemnot und trockener Husten, Fieber.
positiv
vorhanden, nachweisbar. Bei positivem HIV-Antikörpertest z.B. sind Antikörper gegen HIV nachweisbar.
PEP
Postexpositionsprophylaxe. Diese Maßnahme wird unmittelbar (am besten innerhalb zwei Stunden, spätestens 72 Stunden) nach dem möglichen Eindringen eines Krankheitserregers durchgeführt (z.B. durch Nadelstichverletzung), um eine Infektion zu verhindern. Die PEP ist eine medikamentöse antiretrovirale Kombinathionstherapie über 4 Wochen mit begleitenden Tests. Siehe auch Kombinationstherapie, Nebenwirkungen, Safer Sex
Prävention
Vorbeugung, Verhütung, Aufklärung, Information. Formen: primäre Prävention = Ausschaltung schädlicher Faktoren, bevor diese wirksam werden (z.B. Vermeidung der HIV-Infektion durch Safer Sex); sekundäre Prävention = Erkennung und Behandlung von Krankheiten zum frühestmöglichen Zeitpunkt; tertiäre Prävention = als Begrenzung von Krankheitsfolgen (z.B. durch Rehabilitation, ambulante Krankenpflege, oder psychologische Unterstützung bei der Einnahme der Kombinationstherapie).
Protease
Enzym, das den Abbau von Eiweißen und Peptiden beschleunigt. Die P. von HIV bildet aus viralen Proteinvorläufern Eiweiße, die für den Aufbau der Virusstruktur wichtig sind. Siehe auch Proteasehemmer
Proteasehemmer
auch Proteinaseinhibitor, Proteaseinhibitor. Substanzen, die die Reifung von infektiösen HIV-Partikeln und den Aufbau der Virusstruktur durch Hemmung oder Blockierung der Protease verhindern. Siehe auch Kombinationstherapie
Q
RResistenz
Widerstandsfähigkeit. Im engeren Sinn die sich entwickelnde Widerstandsfähigkeit gegenüber Medikamenten, z.B. Resistenz von Bakterien gegen bestimmte Antibiotika. In Bezug auf HIV/AIDS die Widerstandsfähigkeit des HI-Virus gegen bestimmte antiretrovirale Medikamente. Eine Kreuzresistenz ist eine Resistenzentwicklung von Bakterien oder Viren gegen ein bestimmtes Medikament, die auch zur Resistenz gegen ein anderes Medikament führt. Dessen Wirksamkeit ist dann eingeschränkt oder aufgehoben. Siehe auch Kombinationstherapie
Retrovirus
Ein Virus, das als Erbinformation RNA enthält . HIV ist ein R. Daneben gibt es andere R. die bei Mensch und/oder Tier zu Erkrankungen führen können. Siehe auch Kombinationstherapie
reverse Transkriptase
Abkürzung: RT. In Retroviren vorkommendes Enzym, das RNA in DNA umschreiben kann und damit für die Virusvermehrung wichtig ist. Hemmung durch verschiedene Medikamente (NNRTI, Nukleosidanaloga) möglich. Siehe auch Kombinationstherapie
Risikoverhalten
Verhalten, das mit einem erhöhten Risiko für eine Krankheit einhergeht. Im Zusammenhang mit AIDS und HIV-Infektion gelten u.a. ungeschützter Geschlechtsverkehr (unsafe sex) und gemeinsamer Nadelgebrauch bei DrogengebraucherInnen (needle sharing) als Risikoverhalten.
RNA
Abkürzung für englisch: ribonucleic acid = Ribonukleinsäure. Nukleinsäure, die in Retroviren (z.B. HIV) die genetische Information enthält. In normalen Körperzellen übersetzt RNA die genetische Information der DNA in Proteine und reguliert die Bildung von Eiweißen. Bei Infektion mit Retroviren wird die RNA des Virus zunächst durch die reverse Transkriptase in DNA umgeschrieben, die dann wiederum in RNA übersetzt wird.
Rote Schleife oder Red Ribbon
Im Frühjahr 1991 entwickelte die Künstlergruppe Visual AIDS in New York die Idee für ein weltweites Symbol im Kampf gegen AIDS, ein Symbol für Solidarität und Toleranz gegenüber den von der Gesellschaft oftmals ausgegrenzten Menschen mit HIV und AIDS. Die Rote Schleife symbolisiert weltweit Solidarität mit HIV-Positiven und AIDS-Kranken und vereint Menschen im gemeinsamen Kampf gegen die Immunschwäche. Dass die Wahl auf die Farbe Rot fiel, hatte symbolische Gründe: Rot steht für Blut ebenso wie für Leidenschaft - im Sinne von Wut, aber auch von Liebe.
SSafer Sex
Sichereres Sexualverhalten zur Minderung des Risikos einer HIV-Übertragung beim Geschlechtsverkehr, z.B. durch Verwendung von Kondomen oder der Vermeidung des Samenergusses in den Mund.
Safer Use
Sichereres Verhalten beim intravenösen Drogenkonsum zur Minderung des Risikos einer HIV-Übertragung. z.B: Jedem das eigene Spritzbesteck! Löffel und Filter nicht weitergeben! Siehe auch needle sharing
Schwangerschaft
Bei einer HIV-Infektion der Mutter besteht die Möglichkeit einer Übertragung des Virus auf das Kind. Siehe auch vertikale Übertragung
Screening
Suchtest im Rahmen einer Vorfelddiagnostik, z.B. Reihenuntersuchungen oder Untersuchung einer großen Personenzahl anhand bestimmter Kriterien.
Serokonversion
Ausbildung einer serologischen Immunantwort auf einen Fremdkörper (Antigen, z.B. Bakterien oder Viren) im Sinn einer Antikörperbildung. Der zuvor negative Nachweistest wird in diesem Augenblick positiv. Siehe auch Inkubationszeit
Serokonversionskrankheit
Vor und während der Ausbildung einer Immunantwort durch Antikörperbildung auftretende allgemeine Krankheitssymptome. Bei HIV-Infektion kann zum Zeitpunkt der Serokonversion eine S. mit Fieber, Abgeschlagenheit und anderen unspezifischen Symptomen auftreten.
sexuell übertragbare Krankheiten
Abkürzung: STDs (Englisch sexuall transmitted deseases), Krankheiten die häufig oder meistens durch Geschlechtsverkehr übertragen werden (z.B. HIV-Infektion, Hepatitis, Tripper, Filzläuse...).
sexuelle Orientierung
es wird unterschieden zwischen Heterosexualität (sexuelle Anziehung zwischen Menschen des anderen Geschlechts), Homosexualität (umgangsprachlich schwul bzw. lesbisch für sexuelle Anziehung des eigenen Geschlechts) und Bisexualität (sexuelle Anziehung zu Männer und Frauen). Kein Mensch, gleich welcher sexuellen Orientierung, ist vor Ansteckung gefeit. Es gibt überall gefährlichere und ungefährlichere Sexualpraktiken. Siehe auch Safer Sex
Sperma
Samenflüssigkeit des Mannes, enthält Spermien und Sekrete aus Vorsteherdrüse, Samenblasen und Nebenhoden. Enthält bei HIV-Infektion eine hohe Konzentration von HI-Viren. Siehe auch Safer Sex
Suchtest
Labortest, der zur Untersuchung vieler Personen eingesetzt wird (z.B. beim Screening). Als Suchtest beim HIV-Antikörpertest wird heute der ELISA verwendet. Suchtests haben eine hohe Sensitivität, aber dafür eine relativ geringe Spezifität, so dass es zu falsch-positiven Ergebnissen kommen kann. Daher ist bei jedem positiv ausgefallenen Suchtest die Durchführung eines Bestätigungstests erforderlich.
Syndrom
Gruppe von Symptomen und Erkrankungen, die typisch für ein bestimmtes Krankheitsbild sind.
TTest
Der HIV-Antikörpertest ist eine Blutuntersuchung zum Nachweis einer HIV-Infektion. Die findet durch den Nachweis von Antikörpern gegen HIV statt, die im Körper in der Regel drei Monate nach einer HIV-Infektion gebildet werden. Dies ist der übliche Test, der oft als AIDS-Test bezeichnet wird. Wir empfehlen eine gute Beratung bevor der HIV-Test durchgeführt wird. Eine anonyme Beratung zum Thema HIV-Test bietet das Gesundheitsamt und die AIDS-Hilfe an.
Therapie
Behandlung, z.B. kurative (heilende) Therapie. oder palliative (lindernde) Therapie. Siehe auch Monotherapie, Kombinationstherapie
T-Lymphozyten
auch T-Zellen. Weiße Blutkörperchen, die an der zellulären Immunabwehr beteiligt sind, körperfremde Stoffe identifzieren und bei B-Lymphozyten eine Antikörperbildung gegen Antigene anregen können. Die Infektion von T-L. durch HIV führt zu Zerstörung und Funktionsunfähigkeit des körpereigenen Immunsystems.
Toxoplasmose
Erkrankung durch Toxoplasma gondii (Einzeller), die bei HIV-Infektion am häufigsten als intrazerebrale T. zu einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) führt.
Transkription
Umschreibung und Übertragung des genetischen Materials von DNA in RNA durch das Enzym Transkriptase. Bei Retroviren erfolgt die T. umgekehrt (rückwärts, retro-) von RNA in DNA durch die reverse Transkriptase.
Tuberkulose
Abkürzung: TBC, Schwindsucht. Weltweit verbreitete bakterielle Infektionskrankheit mit Mycobacterium tuberculosis (Mykobakterien), die chronisch verläuft und v.a. die Atmungsorganen betrifft (Lungentuberkulose), jedoch grundsätzlich alle Organe befallen kann. Tritt bei HIV-Infektion i.d.R. als Aktivierung eines Primärherdes auf. Die Lungentuberkulose gilt bei einer HIV-Infektion als AIDS-definierende Erkrankung.
T4-Zellen
auch CD4+-Zellen, OKT4-Zellen, Helferzellen. Untergruppe der T-Lymphozyten. T4-Zellen fördern die Reifung von B-Zellen aus Stammzellen im Knochenmark zu Antikörper-bildenden Zellen und aktivieren andere Formen der Immunantwort. Bei HIV-Infektion bindet HIV an den CD4-Rezeptor von T4-Zellen und die Zahl der T4-Zellen nimmt im Verlauf der Erkrankung ab. Mit fortschreitender Abnahme lässt die körpereigene Abwehrfähigkeit allmählich nach, wobei immer weniger Antikörper gegen Krankheitserreger gebildet werden. Siehe auch Blutbild
T8-Zellen
auch CD8+-Zellen, OKT8-Zellen, Suppressorzellen, Unterdrückerzellen. Untergruppe der T-Lymphozyten, die eine Antikörperbildung oder andere Immunantwort unterdrücken können und bei AIDS im Verhältnis zu den T4-Zellen vermehrt sind. Siehe auch Blutbild
UÜbertragungswege
Wichtigste Übertragungswege für HIV sind ungeschützter Geschlechtsverkehr und gemeinsamer Nadelgebrauch bei Drogenabhängigen (needle sharing). Übertragungen sind auch durch Bluttransfusion, von der Mutter auf das Kind während Schwangerschaft und Geburt, durch Muttermilch, Organtransplantation und Nadelstichverletzungen möglich. Siehe auch Safer Sex.
UNAIDS
Gemeinsames Programm mehrerer Organisationen der Vereinigten Nationen (UNO) und der Weltbank zur Bekämpfung von AIDS.
unsafe sex
Sexualpraktiken, bei denen ein relativ hohes Risiko einer HIV-Infektion besteht, z.B. penetrierender Geschlechtsverkehr ohne Kondom. Siehe auch Safer Sex.
VVaginalverkehr
Einführen des Gliedes in die Scheide (nur dann Safer Sex , wenn ein Kondom verwendet wird).
vertikale Übertragung
Übertragung einer Krankheit durch direkte Weitergabe (unabhängig von der übertragunsart), z.B. Infektion des Kindes durch die Mutter während der Schwangerschaft oder Geburt als pränatale oder perinatale Infektion.
viral load
Virusbelastung. Menge von HIV im Blut. Entscheidungshilfe für Therapiebeginn. Siehe auch Blutbild
Virämie
Vorkommen von Viren im Blut. Unmittelbar nach HIV-Infektion kommt es zu einer hohen V. mit einem Anstieg von HIV im Blut, die dann wieder zurückgeht. Erst mit dem Auftreten klinischer Symptome (AIDS) kommt es zur periodischen oder anhaltenden hohen Virämie.
Virus
Krankheitserreger. Ein V. besteht aus genetischem Material (DNA oder RNA), das von einer Proteinhülle umgeben ist. Viren können sich nur in Zellen eines Wirtsorganismus vermehren.
Vollbild
Die eigentliche AIDS-Erkrankung, die erst Jahre nach der Infektion auftritt
WWasting-Syndrom
Auch slim disease, HIV-Kachexiesyndrom . Durch starken Gewichtsverlust und Durchfall gekennzeichnetes Krankheitsbild, das oft bei fortgeschrittenem Immundefekt und Fieber auftritt.
Welt-AIDS-Tag
Der Welt-AIDS-Tag findet jedes Jahr am 1. Dezember statt. Weltweiter Gedenk- und Aktionstag zum Thema AIDS.
Western blot
Labortest, bei dem Proteine durch ein Spezialverfahren aufgetrennt, mit radioaktivem Antikörper markiert und anschließend durch eine Farbreaktion identifiziert werden. Verwendung z.B. als Bestätigungstest zum Nachweis bestimmter Proteine von HIV.
WHO
Abkürzung: World Health Organisation = Weltgesundheitsorganisation.
X
Y
ZZervixkarzinom
bösartige Krebsgeschwulst des Gebärmutterhalses. Ein Z. bei HIV-Infektion gilt seit 1993 als AIDS-definierende Erkrankung.
Zytomegalie
Erkrankung, die durch Zytomegalie-Virus (CMV) verursacht wird und bei der verschiedene Organe betroffen sein können. Führt z.B. zu Chorioretinitis (Netzhautentzündung), schwerer Darmentzündung (CMV-Kolitis), Lungenentzündung (CMV-Pneumonie) und Meningoenzephalitis.