Ich bin seit 2002/2003 infiziert.
Für mich ist alles zusammengebrochen. Ich habe es in der Untersuchungshaft erfahren und keinen Sinn mehr darin gesehen, mein Leben durch eine Therapie oder Ähnliches zu verändern. Ab 2004 habe ich dann gedacht, ich versuche es doch.
Nein, ich mache keine Therapie. Es ist momentan noch so, dass ich noch keine Therapie mit Medikamenten brauche.
Als ich es erfahren habe, dass ich die Krankheit habe, habe ich es meinen Partner mitgeteilt. Er meinte, man habe es bei ihm auch festgestellt. Jedoch weiß ich nicht sicher, ob ich mich bei ihm angesteckt habe. Meine Familie weiß es nicht. Ich möchte es auch nicht, so lange es keinen bestimmten Anlass dafür gibt. Sie würden sich nur unnötige Sorgen machen. Wenn ich z. B. länger ins Krankenhaus müsste, dann würde ich es ihnen sagen.
Meinen Freunden sage ich es auch nur, wenn es einen bestimmten Grund gibt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es niemanden hilft, wenn ich es sage.
Wenn ich eine neue Beziehung eingehe, empfinde ich es als Einschränkung. Es ist nicht einfach dem Partner zu sagen, dass man HIV-positiv ist.
Ich oute mich nicht in der Öffentlichkeit. Ich habe von vielen anderen gehört, dass sie negative Erfahrungen gemacht haben.
Ich denke, dass die Diskriminierungen gegenüber HIV-positiven zugenommen haben. Außerdem bin ich der Meinung, dass auch immer weniger über das Thema gesprochen wird.
Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich bin der Meinung, dass der Tod in einen weiteren Bewusstseinszustand führt.
Mein Traum ist es Abitur zu machen und einen normalen Beruf zu erlernen.
Ich halte es auf jeden Fall für wichtig, dass es diese Einrichtung weiterhin gibt. Dort bekommt man sachliche Informationen, ohne Wertungen, die für einen sehr notwendig sind.