HIV kann nur übertragen werden, wenn es in ausreichender Menge in den Körper oder auf die Schleimhäute gelangt. Eine Ansteckung ist möglich über Blut - auch Menstruationsblut -, Sperma, Scheidenflüssigkeit und Muttermilch, die das Virus in hoher Konzentration enthalten können.
Am häufigsten wird HIV beim Sex ohne Kondom übertragen.
Die Darmschleimhaut ist äußerst empfindlich und kann HIV direkt aufnehmen. Das Virus kann aber auch über den Penis aufgenommen werden: Die Vorhaut und der Harnröhreneingang enthalten Immunzellen, die HIV direkt aufnehmen oder abgeben können, außerdem kann es zu einer Übertragung über winzige, nicht sichtbare Verletzungen kommen.
Menschen, die sich Drogen spritzen ("fixen"), haben ein sehr hohes Infektionsrisiko, wenn sie ein Spritzbesteck verwenden, das bereits von einer anderen Person benutzt worden ist. Hierbei kann HIV aus Resten infizierten Blutes in der Spritze direkt in die Blutbahn eindringen - in solchen Blutresten hält sich das Virus unter Umständen mehrere Tage! Ein Infektionsrisiko besteht auch beim Aufteilen der Droge mit Hilfe gebrauchter Spritzbestecke und beim Verwenden gebrauchten Zubehörs (Löffel, Filter, Tupfer). Außerdem kann man sich beim gemeinsamen Gebrauch von Spritzbesteck und Zubehör sehr leicht mit Hepatitis infizieren.
Kinder von HIV-positiven Frauen können während der Schwangerschaft und beim Stillen, vor allem aber während der Geburt angesteckt werden. Das Übertragungsrisiko hängt dabei wesentlich von vorbeugenden Maßnahmen ab. Unter optimalen Bedingungen kann die Übertragungsrate von etwa 20-40 % (ohne Schutzmaßnahmen) auf unter 2 % gesenkt werden: einerseits durch einen Kaiserschnitt vor Einsetzen der Wehen (liegt die Viruslast der Mutter stabil unter der Nachweisgrenze, kann das Kind auch durch eine natürliche Geburt zur Welt kommen), die gezielte Einnahme von Medikamenten gegen HIV in den letzten Wochen der Schwangerschaft und den Verzicht auf das Stillen, andererseits durch eine vorsorgliche zwei- bis sechswöchige Behandlung des Babys mit einem Medikament gegen HIV.
Auszug aus der Broschüre "HIV/Aids von A bis Z Heutiger Wissensstand" (3. Auflage, 2010)
Mit freundlicher Genehmigung übernommen von der Deutschen AIDS-Hilfe