Safer Sex Methoden

Wer sich beim Sex vor einer HIV-Infektion schützen will, kann heute unter drei wirksamen Möglichkeiten auswählen: Das Kondom, die PrEP und Schutz durch Therapie.Wir stellen die drei Möglichkeiten hier vor:

Das Kondom
Kondome schützen vor HIV und senken das Risiko einer Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, Tripper, Hepatitis B und Hepatitis C. Kondome sind in Drogerien, Supermärkten, Apotheken und Sexshops erhältlich.

Für die meisten Männer  sind Kondome in Standardgröße gut geeignet. Es gibt aber auch größere und kleinere Kondome. Die richtige Kondomgröße kann mit einem Kondometer gemessen werden.
Mehr zur Anwendung von Kondome gibt es auf der Internetseite der Deutschen AIDS-Hilfe.

PrEP
PrEP (auch HIV-PrEP) ist die Abkürzung für „Prä-Expositions-Prophylaxe“, auf Deutsch: Vorsorge vor einem Risiko-Kontakt. Bei dieser Schutzmethode nehmen HIV-negative Menschen HIV-Medikamente ein, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen.

Die Wirksamkeit der PrEP mit dem HIV-Medikament Truvada® ist bei schwulen Männern mit hohem HIV-Risiko nachgewiesen. Bei ihnen schützt sie so gut wie Kondome vor HIV. In sehr seltenen Fällen kann es aber trotztdem zu einer Ansteckung kommen. Außerdem schützt die HIV-PrEP nicht vor anderen Geschlechtskrankheiten.

Das HIV-Medikament Truvada® gilt als gut verträglich. Eine seltene, aber schwerwiegende Langzeitnebenwirkung ist eine Schädigung der Nieren. Wichtig ist, sich vor der PrEP und danach alle drei Monate auf HIV und Geschlechtskrankheiten testen zu lassen. Ferner müssen die Nierenwerte regelmäßig kontrolliert werden. In Deutschland ist die PrEP seit Oktober 2016 verschreibungsfähig. Derzeit wird sie aber nicht von den Krankenkassen finanziert. Seit Oktober 2017 gibt es die Möglichkeit, die PrEP für rund 50 Euro pro 28 Tabletten in ausgewählten Apotheken in ausgewählten deutschen Städten zu bekommen. Zudem kann man sich die PrEP auch ohne Verblisterung ärztlich verschreiben lassen, ebenfalls auf Privatrezept. Die Kosten liegen hier je nach Herstellerfirma zwischen 70 und 800 Euro für eine Monatspackung. Diese Medikamente sind über jede Apotheke in Deutschland zu bekommen.Eine PrEP dürfen nur Ärzt_innen verschreiben, die zuvor das Schulungsmaterial vom jeweiligen Hersteller der PrEP-Pillen bekommen haben.

Mehr zur PrEP auf der Internetseite der Deutschen AIDS-Hilfe und auf  HIV-Report.

Die Ulmer AIDS-Hilfe bietet zu ihren Öffnungszeiten und beim Checkpoint-Testabend eine kostenlose PrEP-Beratung an.

Schutz durch Therapie

Schutz durch Therapie verhindert beim Sex eine HIV-Infektion, wenn ein_e Partner_in HIV-positiv und der_die andere HIV-negativ ist.

Die Methode beruht darauf, dass der HIV-positive Mensch eine gut funktionierende HIV-Therapie einnimmt und dass in seinem Blut seit mindestens einem halben Jahr keine HI-Viren mehr nachweisbar sind. Dann befinden sich nämlich auch in Körperflüssigkeiten wie Sperma und Scheidenflüssigkeit kaum noch Viren. Eine HIV-Übertragung findet dann nicht mehr statt.

Auf ein Kondom kann man unter diesen Bedingungen verzichten und ist trotzdem vor HIV geschützt. Schutz durch Therapie ist darum ebenfalls eine Safer-Sex-Methode.

Wichtig: Die Medikamente müssen regelmäßig eingenommen und der Erfolg der Therapie regelmäßig  überprüft werden. Die Methode sollte man nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt anwenden.

(Die Texte wurden von der Internetseite der Deutschen AIDS-Hilfe übernommen)