HIV Test und STI Test

Test Angebot im Checkpoint Ulm der AIDS-Hilfe

checkpointHIV-Schnelltest 15 €
HIV Labortest 10 €
Syphilis-Labortest  5 €
Hepatitis-C Labortest 10 €
Hepatitis-B Labortest 10 €
Hepatitis-B Impftiter 10 €
Chlamydien/Gonokokken kombinierter
Labortest (Rachen- oder  15 €
Analabstrich oder Urinprobe) je Test

Alle Test werden anonym durchgeführt. Jedem Test geht eine persönliche Beratung voraus. Während der Tests ist ein Arzt anwesend.

Termine für 2017 immer von 18:00 – 20:00 Uhr :
02.08.2017, 06.09.2017, 04.10.2017, 08.11.2017, 06.12.2017
im Checkpoint Ulm in der AIDS Hilfe, Furttenbachstr. 14, 89077 Ulm (Eingang Ecke Zinglerstraße).
Ohne Voranmeldung/Terminvergabe.

Das Wichtigste zum HIV Test auf einen Blick

Wenn Sie befürchten, sich mit HIV infiziert zu haben, sollten Sie sich beraten lassen. Stellt sich bei der Beratung heraus, dass tatsächlich ein HIV-Risiko bestanden hat, kann Ihnen ein HIV-Test Gewissheit verschaffen.
• Das Wissen um eine HIV-Erkrankung ermöglicht den rechtzeitigen Zugang zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten.

• Informieren Sie sich beim Beratungsgespräch über mögliche soziale und rechtliche Nachteile, die mit dem Test bzw. einem positiven Ergebnis verbunden sein können.

• Ob Sie einen Test machen lassen oder nicht, ist Ihre freie Entscheidung. Der HIV-Test darf von niemanden ohne Ihr Wissen und Ihr Einverständnis vorgenommen werden, und niemand darf Sie dazu
zwingen.

• Mit einem Labortest, der Antikörper und Virsusbestandteile (Antigen) nachweist, kann man eine HIV-Infektion bereits nach sechs Wochen sicher ausschlieen, mit einem Schnelltest bzw. einem reinen
Antikörpertest nach drei Monaten.

• Der HIV-Test ist keine Vorbeugungsmaßnahme. Schützen können Sie sich nur, indem sie Safer-Sex- und Safer-Use-Regeln beachten.

Gründe für einen HIV-Test
Sie befürchten, sich mit HIV infiziert zu haben, weil Sie eine Situation mit einem Übertragungsrisiko erlebt haben, und wollen Gewissheit.
Die wichtigsten Situationen sind:
• ungeschützter vaginaler/analer Geschlechtsverkehr mit einem (vermutlich) HIV-infizierten Partner (Sex ohne Kondom oder Kondom ist beim Sex gerissen/abgerutscht).

• ungeschützter Oralverkehr, wenn HIV-infiziertes Sperma oder Menstruationsblut in den Mund gelangt oder geschluckt wird.

• gemeinsames Verwenden von Spritzen und Nadeln beim Drogengebrauch.

• berufsbedingtes Risiko, z.B. Nadelstichverletzung im Krankenhaus; ein HIV-Test dient hier auch zur rechtlichen Absicherung (Anerkennung der HIV-Erkrankung als Berufskrankheit)

• Sie möchten künftig innerhalb Ihrer Partnerschaft auf das Kondom verzichten und wollen sichergehen, dass Sie nicht HIV-infiziert sind.

• Sie sind schwanger oder möchten schwanger werden und wollen Ihr Kind vor einer HIV-Übertragung (während der Geburt oder durchs Stillen) schützen.

• Sie haben Symptome, die auf eine HIV-Infektion hindeuten könnten und möchten ggf. rechtzeitig eine Therapie beginnen.

• Ein weiterer Grund kann sein, dass ein private Versicherung vor Abschluss eines Vertrages einen HIV-Test verlangt.

Wo kann ich anonym den HIV-Test machen?
Bei folgenden Gesundheitsämtern im Raum Ulm ist ein anonymer HIV-Test möglich. Auf der Internetseite von HIV and More finden Sie eine Liste der bundesweiten Teststellen. Einen Überblick bietet auch unser Faltblatt (pdf-Dokument 281 KB) zum HIV-Test im Raum Ulm.

Anonyme AIDS/STD-Beratungsstelle im Landratsamt Alb-Donau-Kreis

Haus des Landkreises
Schillerstr. 30
89079 Ulm
Telefon: 0731 1851720
Sprechzeiten:
Dienstag: 9:30 – 12:30 Uhr
Donnerstag: 14:00 – 17:30 Uhr
Auch telefonische Terminvereinbarung möglich

Gesundheitsamt Neu-Ulm
Kantstraße 8
89231 Neu-Ulm
Telefon: 0731 70 40 702
Sprechzeiten:
Dienstag: 7:30 – 12:00 Uhr
Donnerstag: 7:30 – 16:30 Uhr

Gesundheitsamt Biberach
Rollinstr. 17
88400 Biberach
Telefon:07351 52167
Sprechzeiten:
Mittwoch: 14:00 – 17:00 Uhr

Landratsamt Heidenheim
Haus B
Felsenstr. 36
89518 Heidenheim
Telefon: 07321 321 600
Montag: 8:00 – 11:30 Uhr
14:00 – 16:00 Uhr

Wie wird getestet?

Die kurz als “HIV-Tests” bezeichneten Verfahren können eine stattgefundene Infektion mit einem menschlichen Immunschwächevirus (HIV) nachweisen. Sie leisten dies mit zwei wichtigen Einschränkungen:
• Zum einen zeigen alle Tests die Infektion erst an, wenn die Viren sich eine Zeit lang vermehren konnten und der Körper auf sie zu reagieren beginnt. Diese Zeitspanne, die “diagnostische Lücke”, ist je
nach Testverfahren verschieden lang. Bei dem am häufigsten angewendeten Testverfahren beim Labortest liegen etwa sechs Wochen nach einer möglichen Infektion zuverlässige Ergebnisse vor.

• Zum anderen gibt es keinen Routinetest, der etwas darüber aussagt, wie lange die Infektion bereits besteht.

HIV-Antikörpertest der 4. Generation
Der HIV-Antikörpertest ist das gängie Verfahren zum Nachweis einer HIV-Infektion. Er weist die Subtypen HIV1 und HIV2 nach. Zurzeit werden Suchtest der sogenannten 4. Generation eingesetzt. Diese weisen zusätlich zu den HIV-Antikörpern auhc Virusbestandteile (p24 -Antigen) nach und werden deswegen Kombinationstests genannt. Dieses Testverfahren weisen eine HIV-Infektion bereits sechs Wochen nach einem Risiko nach.

Der Nachweis der Antikörper erfolgt in einem zweistufigen Laborverfahren:
Suchtests haben das Ziel, Antikörper möglichst “empfindlich” nachzuweisen, also alle Infektionen zu erkennen und keine zu übersehen (“hohe Sensitivität”). In Deutschland dienen als Suchtests zumeist so genannte ELISA (enzyme-linked immuno-sorbent assays), die Antikörper gegen beide Varianten des Virus, HIV-1 und HIV-2, sowie alle Subtypen zuverlässig nachweisen. Ihr Nachteil ist, dass sie manchmal reagieren, obwohl keine Infektion besteht (= falsch positives Testergebnis auf Grund “geringer Spezifität”).

Gibt ein Suchtest keinen Hinweis auf eine Infektion (“negativer” Suchtest), gilt dieser Befund wegen der hohen Empfindlichkeit des Testverfahrens als sicher und wird an die Betreffenden so weitergegeben. Ist das Ergebnis dagegen unklar oder sind Antikörper nachgewiesen (“positiver” Suchtest), muss immer in einem weiteren Test geprüft werden, ob es sich tatsächlich um HIV-Antikörper handelt (Bestätigungstest). Erst dann gilt das Ergebnis als sicher und wird den Untersuchten mitgeteilt.

Bestätigungstests haben das Ziel, HIV-Antikörper möglichst eindeutig nachzuweisen, also keine anderen Antikörper als solche gegen HIV-1 oder HIV-2 (“hohe Spezifität”). In Deutschland wird hierfür in der Regel ein Western blot (oder Immunoblot) genanntes Verfahren verwendet, das Antikörper als Streifen (“Banden”) auf einer Folie sichtbar macht.

Seltener werden auch Immunfluoreszenztests durchgeführt, bei denen unter dem Mikroskop eine Immunreaktion der Blutprobe beurteilt wird. Der Bestätigungstest wird (wenn möglich) aus derselben Blutprobe bestimmt, die auch für den Suchtest verwendet wurde. Die Durchführung der zweistufigen Untersuchung (Suchtest plus Bestätigungstest) dauert je nach Labor und Region bis zu zwei Wochen. Die Ärztin/der Arzt gibt Auskunft darüber, wann mit dem Ergebnis zu rechnen ist.

Fast immer können alle Testschritte, die zur Sicherung der Diagnose nötig sind, mit einer einzigen Blutprobe durchgeführt werden. Sollte – was selten vorkommt – eine zweite Blutentnahme nötig sein, ist dies kein Grund zur Sorge: Es sollen Fehler ausgeschlossen werden oder die erste Blutprobe ging verloren – was selbst im Zeitalter der modernen Labortechnik passieren kann.

Schnelltests
Die HIV-Schnelltests sind meist Antikörpertests der 3. Generation. HIV-Antikörper sind im Blut mit Sicherheit ab dem 3. Monat feststellbar. Das heisst, dass diese Tests erst ab dem 3. Monat nach einer Risikosituation anwendbar sind. Der Schnelltest ist ein Test, der innerhalb kurzer Zeit (= also “schnell”) ein Resultat zeigt, aber kein “Früherkennungstest”. Mit wenig Blut aus der Fingerkuppe wird der Test durchgeführt. Das Ergebniss erhält man nach 30 Minuten.

Falls ein HIV-Schnelltest ein reaktives Ergebnis zeigt, ist dieser Befund durch einen HIV-Bestätigungstest zu kontrollieren. Ein negatives HIV-Schnelltestergebnis muss nicht routinemäßig durch einen konventionellen HIV-Screeningtest bestätigt werden. Bei anamnestischen Hinweisen auf ein kurz zurückliegendes Infektionrisiko (< 3 Monate) kann im Einzelfall eine Kontrolle durch einen HIV-Antikörpertest der 4. Generation (Labortest s.o.) sinnvoll sein, alternativ oder zusätzlich ist die Wiederholung des Tests zu einem späteren Zeitpunkt zu empfehlen.

Heimtests
Auch die Heimtests (sie testen Urin, Speichel oder einen einzelnen Bluttropfen) beruhen prinzipiell auf den oben beschriebenen Verfahren. Mit ihnen lässt sich nur scheinbar Zeit sparen; denn sie sind weit weniger zuverlässig, und ihr Ergebnis müsste immer durch die genannten Laboruntersuchungen bestätigt werden.

In Deutschland sind Heimtests derzeit nicht zugelassen, weil sie störanfällig sind und leicht zu falschen Ergebnissen führen können.

Direkter Virusnachweis
In seltenen Fällen (z.B. bei Neugeborenen von HIV-infizierten Müttern) setzt man zur Feststellung einer HIV-Infektion auch den direkten Nachweis von Viren bzw. Viren-Erbmaterial ein (meist mit einem so genannten PCR-Test). Dieser Test ist aber weniger genau als der Antikörpernachweis, d.h. das Risiko falscher Ergebnisse ist größer. Deshalb muss auch das Ergebnis “kein Virusnachweis” immer durch einen HIV-Antikörpertest (also frühestens sechs Wochen nach der letzten Risikosituation) bestätigt werden. Der direkte Virusnachweis ist außerdem sehr teuer und muss in der Regel selbst bezahlt werden.