FAQ

Fragen zur Übertragung von HIV

Wie kann HIV übertragen werden?
HIV ist ein relativ schwer übertragbares Virus. Zu einer Ansteckung kann es nur kommen, wenn eine ausreichende Menge Viren in Wunden oder auf Schleimhäute gelangt. Auch über den Penis können HIV-Viren in den Körper gelangen. Eine Ansteckung ist möglich über Blut (auch Menstruationsblut), Sperma, Scheidenflüssigkeit, die Schleimhaut des Enddarms und Muttermilch, sofern sie das Virus in hoher Konzentration enthalten.

An welchen Körperflüssigkeiten kann man sich anstecken?
Es gibt fünf Körperflüssigkeiten durch die sich ein Mensch mit HIV infizieren kann. Diese sind Blut, Sperma, Flüssigkeitsfilm auf der Darmschleimhaut, Scheidenflüssigkeit und Muttermilch.

Andere Körperflüssigkeiten, wie Speichel, Tränenflüssigkeit oder Nasensekret aber auch Kot und Urin gelten nicht als infektiös!

Auf welchen Wegen wird HIV hauptsächlich übertragen?
HIV wird hauptsächlich über zwei Wege übertragen: durch ungeschützten Sex (z.B. Sex ohne Kondom) und durch das gemeinsame Benutzen von Spritzen beim Drogenkonsum. Die Übertragung von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder beim Stillen lässt sich heute durch Medikamente verhindern.

Das Virus dringt beim Geschlechtsverkehr durch die Schleimhäute und kleinste Verletzungen in den Körper ein, bei der Frau zum Beispiel im Vaginalbereich oder durch Schleimhäute beim Penis (Eichel) in den Körper des Mannes. Eintrittspforten für das Virus sind außerdem die Schleimhäute im Analbereich oder in den Augen. Das Virus kann nicht durch die intakte unverletzte Haut in den Körper eindringen.

Was sind die Hauptübertragungswege beim Sex?
Hauptübertragungswege beim Sex sind Analverkehr und Vaginalverkehr ohne Kondom. Deutlich risikoärmer ist Oralverkehr, da die Mundschleimhaut widerstandsfähiger gegen HIV ist als andere Schleimhäute.

Was ist Safer Sex?
Unter Safer Sex versteht man Methoden, die eine HIV-Übertragung verhindern, also Kondome, PrEP und Schutz durch Therapie.
Mehr dazu auf dieser Internetseite im Bereich Prävention – Safer Sex Methoden.

Kann HIV auch in alltäglichen Situationen übertragen werden?
In alltäglichen Situationen besteht kein Risiko, sich mit HIV anzustecken. Der gemeinsame Gebrauch von Geschirr, Gläsern, Wäsche und ähnlichem ist absolut ungefährlich, ebenso der Schwimmbad- oder Saunabesuch. In Duschen und Toiletten ist eine Übertragung nicht möglich. Auch nicht durch Händeschütteln, Umarmen, beim Spielen oder beim Toben mit Kindern. Unmöglich ist auch eine Ansteckung durch Insektenstiche oder überhaupt durch Tiere.

Wie sicher schützen Kondome?
Die Übertragung von HIV beim Geschlechtsverkehr erfolgt in der Regel durch das Aufbringen infektiöser Körperflüssigkeiten (Blut, Sperma und Scheidenflüssigkeit) auf Schleimhäute (Anal- und Vaginalbereich, Penis). Ein Kondom verhindert, dass die Körperflüssigkeit auf die Schleimhaut gelangen kann. Dabei wird das Virus durch das Kondom zuverlässig an einer Übertragung gehindert. Ein Kondom (richtig benutzt) gilt als sicherer Schutz vor einer HIV-Infektion und einer Ansteckung von anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Wir empfehlen bei jedem eindringenden Geschlechtsverkehr die Benutzung eines Kondoms auch als Schutz vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (STI).

Was kann ich tun, wenn ich befürchte, mich angesteckt zu haben?
Belassen Sie es nicht bei Mutmaßungen! Ein Beratungsgespräch kann helfen zu klären, ob in der von Ihnen geschilderten Situation eine Ansteckung möglich gewesen ist. In der Beratung lässt sich auch klären, ob ein HIV-Test sinnvoll ist. Sehr wirkungsvolle Medikamente ermöglichen heute den meisten HIV-Positiven ein fast normales Leben und verhindern, dass es zu einer Aids-Erkrankung kommt. Lesen Sie hier mehr zum Leben mit HIV heute in Ulm.
Bei einem Notfall (Kondomversagen) kann eine PEP unmittelbar nach dem möglichen Eindringen eines HI-Virus durchgeführt werdem um eine Infektion zu verhindern. Die PEP ist eine medikamentöse antiretrovirale Kombinathionstherapie über vier Wochen mit begleitenden Tests. Mehr zur PEP hier.

(Quelle:Deutsche AIDS-Hilfe – www.aidshilfe.de)

Der HIV-Test

Wo kann ich mich testen lassen?
Der HIV-Antikörpertest soll feststellen, ob sich die getestete Person mit HIV infiziert hat. Diesen Test kann man bei unserem Checkpoint in der Ulmer AIDS-Hilfe machen, beim Hausarzt oder in jedem Gesundheitsamt. In einem Gesundheitsamt ist dieser Test meistens anonym und kostenlos. Weitere Informationen zum HIV-Test finden Sie hier.

Wie lange muss ich warten, bis der Test aussagekräftig ist?
Um die größtmögliche Testsicherheit zu erreichen, wird eine Wartezeit beim Labortest der vierten Generation von sechs Wochen nach einem möglichen Risiko empfohlen. Bis dahin haben sich bei den meisten Menschen nach einer Infektion HIV-Antikörper gebildet. Das Testergebnis gilt als ausgesprochen zuverlässig. Ein HIV-Schnelltest und der HIV-Heimtest liefert zwölf Wochen nach einem Risko ein sichers Ergebnis.

HIV im Pflegealltag

Muss ich mich bei der Pflege und Versorgung von Menschen mit HIV besonders schützen?
Nein, HIV ist ein schwer zu übertragendes Virus. Die vorgeschriebene Hygiene- und Schutzmaßnahmen reichen zum Schutz einer Infektion aus.

Benötige ich besondere Putzmittel bei der Reinigung der Wohnung oder des Zimmers von Menschen mit HIV oder Aids?
Nein, zur Reinigung und zur Desinfektion müssen keine besonderen Mittel verwendet werden, und man braucht keine besondere Schutzkleidung.

Und was ist mit Wäsche und Geschirr, die von Menschen mit HIV/Aids benutzt wurden? 
Auch Geschirr und Wäsche können ganz normal gereinigt  werden. Man braucht weder ein besonderes Spül- oder Waschmittel, noch müssen sie getrennt gereinigt oder gewaschen werden.

Was ist, wenn ich HIV-haltige Körperflüssigkeiten auf die Haut bekomme? Intakte Haut ist eine gute Barriere gegen HIV. Sie können die Flüssigkeit einfach unter laufendem Wasser abspülen und danach die Haut  mit Seife reinigen. Bei Kontakt mit entzündeter/geschädigter Haut die Flüssigkeit ebenfalls mit Wasser abspülen, danach mit Haut- oder Schleimhautdesinfektionsmittel desinfizieren und zur HIV-PEP beraten lassen.

Was muss ich tun, wenn ich infektiöse Körperflüssigkeit ins Auge bekomme? Die Augenschleimhaut kann zwar HIV aufnehmen, allerdings schützt das Augenlid und wischt infektiöse Flüssigkeiten in Sekundenbruchteilen weg, und die Tränenflüssigkeit sorgt für eine Verdünnung und einen Spühleffekt. Als Notfallmaßnahme das Auge sofort mit Wasser ausspülen.

Gibt es irgendwas im täglichen Umgang mit Menschen mit HIV oder Aids zu beachten? Nein, im täglichen Umgang besteht kein Infektionsrisiko. HIV wird nicht durch Umarmung,  Händedruck, Küssen, Anhusten oder Anniesen übertragenund auch ich durch das gemeinsame Benutzen von Besteck, Tellern und Gläsern, Toiletten, Duschen, Handtüchern oder Bettwäsche.

Was ist wenn ein Kollege oder eine Kollegin HIV-positiv ist? Menschen mit HIV können in allen Berufen arbeiten, also auch im Gesundheitsbereich, in der Pflege und Betreuung, der Hauswirtschaft oder als Reinigungskraft. Da es beim Zusammenarbeiten keine Infektionsgefahr für Kollegen, Patienten oder Mitbewohner gibt, müssen HIV-infizierte Mitarbeiter ihre Infektion nicht offenlegen. Wenn Sie von der Infektion eines Kollegen erfahren müssen sie sein allgemeines Persönlichkeitsrecht und sein Recht auf informationelle Selbstbestimmung achten. Sie dürfen also diese Information nicht ohne sein Einverständnis weitergeben, auch nicht an Ihren Arbeitgeber.

(Quelle:Keine Angst vor HIV – Broschüre der Deutschen AIDS-Hilfe)